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Süß und scharf haben in Kalabrien schon immer zusammengelebt. Das ist keine moderne Idee und kein Einfluss von außen. Es passiert ganz von selbst, wenn man seit Jahrhunderten mit Peperoncino arbeitet und lernt, dass die Schärfe allein nur die halbe Geschichte erzählt. Die andere Hälfte erzählt etwas, das sie ausgleicht, sie begleitet und ihr Zeit lässt, sich zu entfalten, bevor der Mund alles verschließt. Die Peperoncino-Konfitüre entsteht aus dieser Logik – und funktioniert aus demselben Grund.

 

Die Basis ist der Golden-Delicious-Apfel. Kein beliebiger Apfel: Der Golden hat eine klare, kompakte Süße mit einer leichten natürlichen Säure, die beim Kochen nicht verschwindet, sondern als Stütze im Hintergrund bleibt. Wer mit scharfem Peperoncino arbeitet, braucht eine Frucht, die sich in der Konfitüre nicht verliert und auch nach Stunden auf dem Feuer standhält. Der Golden kann das. Er behält seine Konsistenz, seinen Duft und verbindet sich so mit dem Peperoncino, dass man am Ende nicht mehr weiß, wo das eine aufhört und das andere beginnt: Sie sind eins geworden.

 

Der Rohrzucker bringt seine Karamellnote, etwas dunkler und weniger neutral als weißer Zucker. Das ist kein Zufall: Er gibt eine Tiefe, die sowohl die Süße des Apfels als auch die Vielschichtigkeit des Peperoncino verstärkt. Der Zitronensaft schließt den Kreis, gleicht die Süße aus und bringt eine Frische, die man am Ende spürt und die den Mund nach der Schärfe reinigt. Vier Zutaten, die sich verstehen.

 

Im Glas ist das Ergebnis eine bernsteinfarbene Konfitüre mit rötlichen Schlieren, in der der Peperoncino gleichmäßig verteilt ist. Sie duftet nach gekochter Frucht, süß und warm, gleich danach kommt eine würzige Note. Beim ersten Probieren spürt man zuerst den Apfel, dann den Zucker, dann zum Schluss die Zitrone – und dann kommt der Peperoncino, nicht sofort, nicht aggressiv, sondern mit einer Steigerung, die wächst und bleibt. Genau diese Abfolge macht die Konfitüre unvergesslich: Der Gaumen erwartet Süßes, findet auch Schärfe und will am Ende noch einen Löffel, um besser zu verstehen, was da passiert.

 

Wer Peperoncino-Konfitüre für etwas Exotisches oder schwer Verwendbares hält, irrt sich gründlich. Sie gehört zu den Zutaten, die in die Küche kommen und nie wieder gehen, weil man immer neue Gründe findet, das Glas zu öffnen. Auf einem Crostino mit noch warmem Brot ist sie schon komplett: Kein Käse, nichts anderes nötig. Aber mit halbgereiftem Käse oder Pecorino passiert etwas Genaues: Das Fett des Käses und die scharfe Süße der Konfitüre gleichen sich so aus, dass beide gewinnen. Aus demselben Grund gibt es Chutneys seit Jahrhunderten in vielen Kulturen: Der Kontrast funktioniert – und zwar gut.

 

Auf gegrilltem Fleisch verwendet man sie in den letzten Minuten als Glasur, direkt auf die Oberfläche gepinselt: Die Hitze karamellisiert den Rohrzucker, die Schärfe konzentriert sich, und das Fleisch bekommt eine süß-würzige Kruste, die man auf keine andere Weise erhält. Besonders gut mit Schwein, aber auch mit Hähnchen und Rippchen. Wer es einmal probiert hat, hat sie immer griffbereit, wenn der Grill angeht.

 

Beim Aperitivo ist sie das, was als Erstes von der Platte verschwindet. Auf einem Häppchen mit Ricotta oder Stracchino, auf einem Crostino mit Hartkäse, auf einer Scheibe Speck oder Schinken: Die süße Schärfe rundet jeden Bissen ab und bleibt im Mund. Eine Zutat, mit der man ohne Mühe glänzt, weil sie alles allein macht.

 

Noch ein Wort zur Schärfe dieser Konfitüre: Sie ist nicht extrem. Sie ist nicht für alle gemacht, die mit Peperoncino ihre Grenzen testen wollen. Sie ist so abgestimmt, dass man die Schärfe als Teil eines vielschichtigen Geschmacks spürt, nicht als Selbstzweck. Deshalb eignet sie sich auch für alle, die Scharfes sonst meiden, denn die Süße des Apfels begleitet sie und macht sie zugänglich. Und sie bleibt spannend für alle, die Schärfe suchen, denn diese langsame, anhaltende Steigerung hat ihren eigenen Charakter.

 

So verwendest du sie

Auf warmem Brot oder Crostini als Basis für schnelle, vollständige Aperitivi. Zu halbgereiftem Käse, Pecorino, Ricotta salata oder Stracchino für eine Platte, die für sich steht. Als Glasur für gegrilltes Fleisch, in den letzten Minuten auf Schwein, Hähnchen oder Rippchen gepinselt. Zu Wurstwaren, besonders Speck und rohem Schinken, für einen Kontrast, der immer funktioniert. Auf Bruschetta mit nativem Olivenöl extra als Alternative zur klassischen Tomaten-Bruschetta. Zu Wild oder rotem Fleisch für ein vielschichtigeres Hauptgericht.

 

Aufbewahrung

Kühl, trocken und vor direktem Licht geschützt lagern. Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren und innerhalb von 2 bis 3 Wochen verzehren. Das Glas nach jeder Verwendung gut verschließen.

 

Zutaten

Golden-Delicious-Äpfel, scharfer Peperoncino, Rohrzucker, Zitronensaft.

Peperoncino-Konfitüre, süß und scharf aus Kalabrien - 100 g

Artikelnummer: CON-PEP
6,00 €Preis
inkl. MwSt. |
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